Negativkontra
Aus BridgeLexikon
| Situation | Wettbewerbsreizung |
| Zweck | Zeigt Bietraum sparend (Ober-)Farben, die mangels Stärke oder Verteilung nicht direkt reizbar sind. Man nutzt den Umstand aus, dass der Partner und ein Gegenspieler bereits geboten haben. |
| Hintergrund | Wenn bereits zwei Farben (vom Partner und vom Gegner) genannt sind, ist es nützlich, wenn man durch ein einziges Gebot Spielbereitschaft in beiden anderen Farben signalisieren kann. |
| Beschreibung | Man bietet Kontra und zeigt damit eine gewisse Stärke und eine 4er-OF. |
Idee
Es geht immer um den Fall, dass unser Partner eröffnet hat und der Gegner hinter ihm eine Farbe zwischengereizt hat, d.h. wir befinden uns in dritter Hand. Die Reizung kann auf der 1er- oder 2er-Stufe sein, es kann aber auch z.B. um eine Situation wie 1♥ - 3♠ (weak three) gehen.
Manchmal ist man zu schwach, um eine Farbe direkt zu zeigen. Mitunter ist auch die Farbe zu kurz (z.B. 4 statt 5 Karten). Wenn bereits zwei Farben (vom Partner und vom Gegner) genannt sind, ist es nützlich, wenn man durch ein einziges Gebot Spielbereitschaft in beiden anderen Farben signalisieren kann. Außerdem teilt das Negativkontra gleichzeitig eine gewisse Mindeststärke des eigenen Blattes mit. Durch die gegnerische Zwischenreizung erhält man zusätzlich die Möglichkeit, auf 1er-Stufe zwischen einer 4er-OF (Kontra) und einer 5er-OF (Farbgebot) zu unterscheiden.
Hat der Gegner SA zwischengereizt, so behält ein Kontra seine natürliche Bedeutung als Strafkontra.
Über ein Kontra teilen wir den Besitz einer 4er-Oberfarbe mit. Wir verlieren damit die natürliche Bedeutung des Kontra als Strafkontra, aber das ist in den Situationen, um die es hier geht, kein großer Verlust. Das Kontra heißt negativ, weil es kein normales Strafkontra ist.
Das Strafkontra wird jedoch nicht ersatzlos aufgegeben: Wenn man in dritter Hand passt, nachdem der Partner eröffnet und der Gegener zwischengereizt hat, so ist dies für den Eröffner die Aufforderung, ein Wiederbelebungskontra zu legen, sofern er die Chance sieht, dass ein echtes Kontra auf das gegenerische Zwischengebot erfolgversprechend sein könnte. Wir können diese Wiederbelebungskontra dann in ein Strafkontra verwandeln (oder eine Farbe bieten).
- UF - UF - x
- zeigt beide OF (üblicherweise mindestens zu viert)
- UF - OF - x
- zeigt vor allem die andere OF; der Partner verhält sich so, als hätte man die andere OF geboten
- OF - UF - x
- zeigt vor allem die andere OF; der Partner verhält sich so, als hätte man die andere OF auf der niedrigeren Stufe geboten
- OF - OF - x
- zeigt beide UF
- 1♠ - 2♣ - x
Hier zeigt das Kontra allerdings ein 5er-♥ und ab 8 FP
- In der Regel soll man die beiden versprochenen Farben 4-4 oder besser halten, in Ausnahmefällen (z.B. wenn die Blattstärke deutlich über der erforderlichen Mindeststärke liegt), genügt auch 4-3.
- Das negative Kontra ist nach oben hin von der Stärke her unbegrenzt.
Die Mindeststärken für ein Negivkontra:
- auf 1er-Sufe 6/7 FP
- auf 2er-Stufe 8/9 FP
- auf 3er-Stufe 10+ FP
- auf 4er-Stufe 12+ FP
Die Bietfolgen im einzelnen
| Gebot | Bedeutung |
|---|---|
| 1♠ - 2♣ - x |
|
| 1♠ - 2♥ - x |
|
| 1♠ - 2♦ - x |
|
| 1♣ - 1♠ - x |
|
| 1♣ - 1♥ - x |
|
| 1♣ - 1♦ - x |
|
| 1♥ - 1♠ - x |
|
| 1♥ - 2♣ - x |
|
| 1♥ - 2♦ - x |
|
| 1♦ - 1♥ - x |
|
| 1♦ - 2♣ - x |
|
Extension:DynamicPageList (DPL), version 2.0 : Fehler: Keine Auswahlkriterien angegeben! Mindestens einer der folgenden Parameter ist erforderlich: category, namespace, titlematch, linksto, uses, createdby, modifiedby, lastmodifiedby oder die 'not'-Varianten davon.
Abgrenzung zu SPUTNIK-Kontra ?