Ghestem

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 Situation Gegenreizung
 Zweck einen Zweifärber durch ein einziges Gebot präzise beschreiben.
 Hintergrund Ohne spezielle Gebote kann man oft nur eine von zwei gleich gut spielbaren Farben zeigen.
 Beschreibung   Man ordnet jedem Farbenpaar der drei möglichen Farben (die Gegnerfarbe scheidet aus) ein spezielles Gebot zu.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Die Konvention geht zurück auf den französischen Bridge- und Dame-Spieler Pierre Ghestem.

Idee

Bei einem Zweifärber gelingt es ohne spezielle Konventionen kaum, beide Farben und deren Längen zu zeigen. Etliche Konventionen konzentrieren sich darauf, zumindest bestimmte Zweifärber zu signalisieren. Ghestem ist hier am konsequentesten, da es für alle drei möglichen Kombinationen jeweils ein spezielles Gebot vorsieht. Der Preis dafür ist, dass diese drei Gebote für alle anderen Verwendungszwecke verloren gehen.

Beschreibung

Da die Gegnerfarbe nicht in Betracht kommt, geht es darum, zwei von den verbleibenden drei Farben zu identifizieren. Man unterscheidet die Farben nach ihrem Rang; eine davon ist die höchste, eine die niedrigste und die letzte ist die mittlere. Man verwendet dafür die Gebote 2SA und 3 sowie ein Cuebid in Gegnerfarbe.

Wer ein Ghestem-Gebot abgibt, zeigt auch dem Gegner seine Verteilung. Dies kann ein Nachteil sein, wenn dieser die Reizung gewinnt. Wer Ghestem bietet, hat also in der Regel das klare Ziel, selbst zu spielen.

Voraussetzungen für die Anwendung

Der Gegner hat eröffnet.

Man besitzt einen Zweifärber (mindestens zwei 5er-Längen) mit mindestens Eröffnungsstärke (unlimitiert).

Man bietet:

Gebot zeigt 5:5 in folgenden Farben
2SA die beiden niedrigen
3 die beiden hohen
Überruf der Gegnerfarbe die höchste und die niedrigste

Frage und Antwortschema

Der Antwortende

  • ... lädt mit einem Sprunggebot (soweit noch auf der 3er-Stufe verfügbar) zur Partie ein.
  • ... zeigt mit einem Cuebid (Sprung) Schlemminteresse
  • ... bietet die "falsche" Farbe, wenn er keinen Fit sieht; dies ist dann zu spielen
  • ... gibt ein direktes Partiegebot ab, wenn er einen Fit erkennt (abschließend).

Beispiele

1 - 2 - (pass) - ?? 
Der 2-Überruf zeigt Pik und Treff; dies bedeutet:
2 : zu spielen. Misfit.
2 : schwache Unterstützung in Pik
3 : schwache Unterstützung in Treff
3 : Einladung zu 4
4 : zu spielen
3 : Schlemminteresse; die Fitfarbe wird gezeigt, nachdem der Ghestem-Bieter mit 3 ein Relaisgebot in seiner fehlenden Farbe abgegeben hat; z.B. zeigt 4 dann einen Fit in Treff.

verwandte Konventionen

Zweifärber kann man auch mit Michaels cuebid und Unusual notrump zeigen, allerdings wird dort das 3-Gebot nicht verwendet. Man kann daher auf diese Weise nicht jedes der drei Farbpaare sofort mit einem einzigen Gebot zeigen.

Verweise

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