Forcierendes Gebot
Aus BridgeLexikon
Definition
Ein Gebot, das den Partner des Bieters zur Abgabe eines Gebots zwingt, falls der zwischen beiden sitzende Gegner gepasst hat.
Erläuterung
Man unterscheidet verschiedene Arten forcierender Gebote:
- Runden-forcierend
- hier muss der Partner einmal sprechen, damit der Bieter nochmals dran kommt.
- Selbst-forcierend
- hier verpflichtet sich der Bieter dazu, nach der Reizung seines Partners selbst noch weiteres Mal zu sprechen. Auf diese Weise kann sein Partner Bietraum-schonend sein Blatt beschreiben, ohne selbst forcieren zu müssen (auch wenn er ein starkes Blatt hält)
- Partie-forcierend
- beide Partner sind verpflichtet, solange weiter zu bieten, bis mindestens Vollspiel erreicht ist.
Wer ein forcierendes Gebot abgibt, möchte auf jeden Fall selbst nochmals bieten können. Hintergrund ist häufig, dass sein Gebot künstlich oder zu niedrig ist. Wenn also beide Gegner und der Partner passen würden, käme ein vollständig falscher oder ein zu niedriger Kontrakt zustande.
Wenn der Gegner hinter dem Bieter gesprochen hat, ist das Ziel, dass der Bieter nochmals dran kommt, bereits erreicht. In der Regel ist in dieser Situation daher der Partner nicht verpflichtet, auf ein forcierendes Gebot des Bieters zu antworten. Tut er es dennoch(freiwilliges Gebot), so wird der Bieter in der Regel daraus schließen, dass sein Partner eine zusätzliche Blatteigenschaft/Stärke zeigen will, die aus dem bisherigen Bietprozess nicht erkennbar geworden ist.