Blattbewertung

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Inhaltsverzeichnis

Definition

Ein Verfahren, das die Einschätzung der Stärke (Stichpotential) des eigenen Blattes bzw. der gemeinsamen Hände der Partnerschaft erlaubt. Diverse Bietverfahren werden eingesetzt, um die nachfolgend genannten Informationen über das eigene Blatt zu übermitteln bzw. diese über das Blatt des Partners gezielt zu erfragen. So dienen z.B. Cue-Bids zur Suche nach Kontrollen, Gerber-Gebote geben Verteilungsinformationen (Zweifärber 5:5), Blackwood sucht nach Topstichen.

Erläuterung

Letztlich sind alle Aspekte, die zur Blattbewertung herangezogen werden, aus dem vermuteten späteren Abspiel der Hand hergeleitet. Beim Abspiel lassen sich Stiche auf folgender Basis erzielen:

  • Besitz der höchsten Karte(n) einer Farbe (Top-Stiche) in einer Hand oder in den gemeinsamen Händen
  • Besitz einer entwicklungsfähigen Farbe in den gemeinsamen Händen (Längenstiche)
  • Schnappmöglichkeiten aufgrund von Trumpfbesitz und Farbkürzen in einer Hand
  • Besitz von Gabeln (Impass-Chancen)
  • Spielposition (vor oder hinter einem Gegner, der in einer bestimmten Farbe hohe Werte oder eine Länge besitzt)
  • Besitz von Eingängen in eine Hand (Rankommer)
  • Besitz von kleinen Karten, mit denen ein Übergang, ein Impass oder ein Expass initiiert werden kann
  • Möglichkeit, die Gegner in Spielzwang zu bringen (Endspiel)

Viele Verfahren bilden die unterschiedlichen Aspekte, die für die Blattbewertung wichtig sind, auf einen eindimensionalen Maßstab (=eine einzige Zahl) ab. Da manche Aspekte allerdings nur in bestimmten Situationen relevant sind, sind viele Verfahren situationsabhängig, d.h. das im Verlauf des Bietprozesses erworbene Wissen (z.B. ob ein Schlemm angestrebt wird, ob ein OF-Fit vorhanden ist) entscheidet darüber, ob ein Aspekt erfragt bzw. mitgeteilt und in die Bewertung einbezogen wird.

Wir beschreiben nachfolgend die wichtigsten Mechanismen, jeweils mit

  • Bezeichnung (gängiger Name für das Bewertungsverfahren)
  • Aspekt (einer oder mehrere der o.g. Punkte zur Sticherzielung)
  • Fokus (die eigene Hand oder die gemeinsamen Hände)
  • Situation
  • Mechanismus

Spielstiche

Längenstiche

Figurenstiche

Schnellstiche, Sofortstiche, Top-Stiche, Stiche von oben, Defensiv-Stiche

Situation: Defensive

20er-Regel

Aspekt: eigene Länge und Stärke Varianten: 18er-Regel als absolutes Minimum (sonst Bluff)

Eröffnung in 4. Hand mit Pik Länge

Aspekt: vermeiden, dass der Gegner billig in die Reizung einsteigt Mechanismus: FP + Anzahl der -Karten >= 15 (oder 14 oder 16) Aktion: Eröffnung ja/nein

Punkte

Es gibt Erfahrungswerte für die Summe der Punkte, die in beiden Händen vorhanden sein muss, um einen Kontrakt einer bestimmten Stufe und Denomination) zu erfüllen.

Figurenpunkte

  • 4-3-2-1
  • 7-5-3-1

Längenpunkte

Verteilungspunkte

Umbewertung von Längen / Kürzen im Zusammenhang mit Partners Farbverteilung

Verteilungstyp

Einfärber, Zweifärber, Dreifärber, ausgeglichene Hand


Auf-/Abwertung

Aspekt: Position (z.B. König hinter der starken gegnerischen Hand) Aspekt: blanke Bilder Aspekt: Quacks (Queen & Jacks) "weiche und harte" Werte (Law of Total Tricks)


Losing Trick Count (LTC)

Loser

  • max. DREI Verlierer je Farbe
  • ein Verlierer je fehlende Topfigur

Cover Cards

Besitz von Key Cards

4, 5 oder 6 Key Cards je nach Variante Sonderrolle der Trumpf-Dame;

  • 4 Key-Cards + Trumpf Dame (bzw. Trumpf Extralänge mit 10 oder mehr, weil die Dame unter As/König fällt) genügen für 6er-Stufe


Besitz von Kontrollen

As oder Chicane als Erstrunden-Kontrolle K/D oder Single als Zweitrundenkontrolle

fiktiver Spielplan (nur bei Schlemm!)

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